Immer sauber gearbeitet

Goldener Meisterbrief für Willy Brockes

26.02.2010

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Den Goldenen Meisterbrief erhielt Willy Brockes (2.v.l.). Für die Maler- und Lackiererinnung Niederrhein gratulierten (v.l.) der stellvertretende Obermeister Josef Mertens, Obermeister Günther Busch und Geschäftsführer Marc Peters von der Kreishandwerkerschaft Niederrhein.


Brüggen. In seiner aktiven Zeit als selbständiger Malermeister sorgte Willy Brockes aus Bracht gemeinsam mit Kollegen dafür, dass so manche Kirche in der Region in neuem Glanz erstrahlte. „Die vielen Verzierungen und Vergoldungen machten diese Aufträge besonders anspruchsvoll“, erinnert sich der 77-Jährige. Inzwischen ist Brockes seit 50 Jahren Meister im Malerhandwerk. Dafür wurde er jetzt mit dem Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer Düsseldorf geehrt.

Obermeister Günther Busch und sein Stellvertreter Josef Mertens von der Maler- und Lackiererinnung Niederrhein sowie Geschäftsführer Marc Peters von der Kreishandwerkerschaft Niederrhein überreichten ihm die Auszeichnung. Dabei erinnerte Josef Mertens daran, das die Arbeit des Malers in Willy Brockes’ Lehrzeit noch deutlich anstrengender war als heute: Die Farbe musste noch von Hand angerührt und durch eine Mühle gedreht werden. Zum Kunden fuhren die Handwerker mit dem Fahrrad.

Insgesamt 23 Jahre war Brockes in seinem Lehrbetrieb Peter Pouls als Auszubildender, Geselle und Meister beschäftigt. 1970 machte er sich an der Kahrstraße selbständig, nachdem Pouls’ Witwe, die das Unternehmen nach dem Tod ihres Mannes weitergeführt hatte, ebenfalls verstorben war. Zu seinen Kunden gehörten viele Familien aus Bracht und Umgebung, aber auch Unternehmen und mehrere Pfarrgemeinden. Brockes war bekannt für zuverlässige und sorgfältige Arbeit.

1995 setzte sich der gebürtige Brachter zur Ruhe. Seine beiden Söhne orientierten sich beruflich anders – Dietmar Brockes ist heute Landtagsabgeordneter, der ältere Sohn Hans-Willy (43) lebt als Unternehmensberater in der Schweiz. Heute hält sich Brockes im Sommer mit Fahrradfahren fit und unternimmt mit seiner Frau Juliane gerne Wanderungen in den Bergen. Das Paar ist seit 1990 verheiratet; Brockes’ erste Ehefrau Elisabeth verstarb 1977.

„Ich kenne fast jede Familie in Bracht“, erzählt der Malermeister. Das brachte ihn zu einem ungewöhnlichen Hobby: Er sammelt Totenzettel von Brachter Bürgern. „Heute sind dort nur wenige Daten aufgeführt, aber früher enthielten die Totenzettel viele Angaben aus dem Lebenslauf des Verstorbenen“, sagt Brockes. Deshalb kann er die Entwicklung vieler Familien aus dem Ort nachvollziehen.

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